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International Poster Journal of Dentistry and Oral Medicine
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Int Poster J Dent Oral Med 10 (2008), No. 3     15. Sep. 2008

Int Poster J Dent Oral Med 2008, Vol 10 No 03, Poster 411

Klinische Untersuchung des selbstätzenden Einkomponenten-Adhäsivs AdheSE One - Einjahresergebnisse

Sprache: Deutsch
 

Autoren:
Dr. Annett Kobler, Dr. Katrin Bekes, Prof. Dr. Hans-Günter Schaller, Dr. Christian Ralf Gernhardt,
Universitätspoliklinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Datum/Veranstaltung/Ort:
21.-24. November 2007
Deutscher Zahnärztetag
Düsseldorf
 

Einleitung

Obwohl Komposite sehr techniksensibel sind und ein marginales microleakage nicht komplett verhindert werden kann, haben zahlreiche klinische Studien bestätigt, dass der Einsatz der Adhäsivtechnik auch im Seitenzahngebiet zu klinisch akzeptablen Ergebnissen führt (1). Das Versagen des adhäsiven Verbundes führt zum Auftreten eines microleakage mit den nachfolgenden klinischen Konsequenzen der Randverfärbung, post-operativer Sensibilität und Sekundärkaries. Um die Techniksensitivität der Adhäsivsysteme zu reduzieren, wurden Self-etch-Adhäsive entwickelt, wobei die separaten Schritte der Phosphorsäureätzung, des Abspülens und des Trocknens entfallen, und dadurch die Anwendung vereinfacht wird. Während der Polymerisation schrumpft das Komposit, wobei die intermolekularen Abstände durch die Bildung von Polymeren verkleinert werden. Die dabei auftretenden Kräfte können zum Versagen des adhäsiven Verbunds, Mikrofrakturen in Schmelz und Dentin, Rissen im Komposit und Spaltbildungen zwischen Kavitätenwand und Restaurationsmaterial führen (2). Die Anwendung von niedrigviskösen Kompositen als zusätzlichen Kavitätenliner wird in der Literatur in in-vitro Studien kontrovers diskutiert, wobei in den klinischen Untersuchungen keine signifikanten Unterschiede in den Randqualitäten auftraten (3,4).
 

Problemstellung

Ziel dieser prospektiven Langzeitstudie ist es, den klinischen Erfolg des selbstätzenden Einkomponenten-Adhäsivs AdheSE One (Ivoclar Vivadent) in Verbindung mit dem Komposit Tetric EvoCeram (Ivoclar Vivadent) bei der Versorgung von Kavitäten der Klasse I und II zu untersuchen. Des Weiteren soll eine Verbesserung der Randqualität bei der Verwendung eines niedrigviskösen Komposits (Tetric Flow, Ivoclar Vivadent) als zusätzlichen Kavitätenliner geprüft werden.

Abb. 9: Self-etch-Adhäsiv AdheSE One mit Applikationshilfe VivaPen
 
Abb. 10: Komposit Tetric Evo Ceram
 

Material und Methoden

Die Untersuchung wurde an 50 Patienten durchgeführt, die an mindestens 2 Seitenzähnen einen Restaurationsbedarf der Klasse I oder II aufwiesen. Insgesamt wurden 25 Klasse- I und 75 Klasse- II- Kavitäten gefüllt. Die Untersuchung wurde im Split-Mouth-Design durchgeführt. In Gruppe T wurde die Füllung nach Vorbehandlung mit AdheSE One mit Tetric Evo Ceram gelegt. In Gruppe TF wurde nach der AdheSE One Vorbehandlung zusätzlich eine das Dentin bedeckende Schicht Tetric Flow appliziert. Die Füllung selbst wurde in dieser Gruppe ebenfalls mit Tetric Evo Ceram hergestellt. Die Restaurationen wurden nach den gängigen klinischen Kriterien gelegt und ausgearbeitet. Alle Materialien wurden nach Herstellerangaben angewendet. Jede Restauration wurde zu Beginn, nach 6 und 12 Monaten einer Bewertung nach den modifizierten Ryge-Kriterien unterzogen5. Im Zuge dieser Untersuchungen wurde folgenden Parameter bewertet: Pulpastatus, Hypersensibilität, Randanpassung, Randverfärbungen, Sekundärkaries, Oberflächentextur, Farbanpassung, Erhalt des approximalen Kontakts, Füllungsintegrität, Gingivastatus (BOP-Bleeding on Probing), Plaquestatus (API).

Abb. 1: Füllung an 36 zur Baseline Abb. 2: Füllung an 36 nach 12 Monaten
Abb. 3: Füllung an 26 zur Baseline Abb. 4: Füllung an 26 nach 12 Monaten
Abb. 5: Füllungen an 24 und 25 zur Baseline Abb. 6: Füllungen an 24 und 25 nach 12 Monaten
Abb. 7: Füllung an 16 zur Baseline
 
Abb. 8: Füllung an 16 nach 12 Monaten
 

Ergebnisse

Nach 12 Monaten konnten 100 % der Patienten nachuntersucht werden. Alle Zähne zeigten bei der Testung mit Endofrost (Roeko, Langenau, D) eine positive Sensibilität. Randunregelmäßigkeiten Code Bravo konnten bei 5 Füllungen festgestellt werden. Von diesen Füllungen waren drei aus der Gruppe TF und zwei aus der Gruppe T. Eine Füllung der Gruppe T zeigte eine Randveränderung, welche mit Code Charlie bewertet wurde. Randverfärbungen Code Bravo konnten bei 4 Füllungen festgestellt werden, davon gehörten drei der Gruppe T an. Zwei Füllungen jeder Gruppe zeigten Farbveränderungen Code Bravo. Eine Restauration der Gruppe T wies eine Farbveränderung Code Charlie auf. Zwei Restaurationen der Gruppe TF zeigten eine Fraktur im Randbereich Code Bravo. Gruppe T zeigte aufgrund der Bewertung von zwei Füllungen mit Code Charlie eine Erfolgsrate von 96% und Gruppe TF von 100%.
Die Parameter Vitalität, Hypersensibilität, Sekundärkaries, Oberflächentextur und Erhalt des approximalen Kontakts zeigten keine Fehlerrate. Die statistische Auswertung ergab keine signifikanten Unterschiede bezüglich der beiden Materialien (Mann-Whitney-U-Test, p<0,05).

Parameter Vitalität Hyper-
sensibilität
Rand-
anpassung
Rand-
verfärbung
Sekundär-
karies
Oberfläche Farb-
anpassung
Approximal-
kontakt
Füllungs-
integrität
Code   A B C D A B C D A B C D A B C D A B C D A B C D A B C D A B C D A B C D
Baseline T 50 0 0 0 48 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0
  TF 50 0 0 0 48 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0
6 Monate T 50 0 0 0 50 0 0 0 49 0 0 0 48 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0
  TF 50 0 0 0 50 0 0 0 47 0 0 0 49 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0
12 Monate T 50 0 0 0 50 0 0 0 47 0 0 0 47 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 48 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0
  TF 50 0 0 0 50 0 0 0 47 0 0 0 49 0 0 0 50 0 0 0 50 0 0 0 49 0 0 0 50 0 0 0 48 0 0 0
Tab. 1: Ergebnisse der klinischen Bewertung nach den modifizierten Ryge-Kriterien Code A-D zur Baseline, nach 6 und 12 Monaten, Gruppe T: AdheSE/ Tetric Evo Ceram, Gruppe TF: AdheSE/ Tetric Flow/ Tetric Evo Ceram
 

Schlußfolgerungen

Unter Berücksichtigung des noch kurzen Nachuntersuchungszeitraums kann zusammenfassend festgestellt werden, dass AdheSE One nach 12 Monaten bei beiden Applikationsformen klinisch zufrieden stellende Ergebnisse zeigt.
 

Literatur

  1. Turkun LS, Aktener BO et al. Clinical evaluation of different posterior resin composite materials: a 7-year report. Quintessence Int 2003; 34:418-26
  2. Giachetti L, Bertini F et al. A rational use of dental materials in posterior direct resin restorations in order to control polymerization shrinkage stress. Minerva Stomatol 2007; 56:129-38
  3. Tredwin CJ, Stokes A et al. Influence of flowable liner and margin location on microleakage of conventional and packable class II resin composites. Oper Dent 2005; 30:32-8
  4. Lindberg A, van Dijken JW et al. In vivo interfacial adaptation of class II resin composite restorations with and without a flowable resin composite liner. Clin Oral Investig 2005; 9:77-83
  5. Ryge G and Snyder M Evaluating the clinical quality of restorations. J Am Dent Assoc 1973; 87:369-77
     

Dieses Poster wurde übermittelt von Dr. Annett Kobler.
 

Korrespondenz-Adresse:
Dr. Annett Kobler
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Universitätspoliklinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie
Große Steinstraße 19
06108 Halle