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International Poster Journal of Dentistry and Oral Medicine
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Int Poster J Dent Oral Med 9 (2007), No. 2     15. June 2007

Int Poster J Dent Oral Med 2007, Vol 9 No 02, Poster 358

Klinische Studie zur Primärstabilität zweier dentaler Implantatsysteme mittels Resonanz-Frequenz-Analyse

Sprache: Deutsch

Autoren:
Annette Rabel, Charite - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Bereich Oralmedizin, Zahnärztliche Röntgenologie und Chirurgie
PD Dr. Dr. Steffen Gerhard Köhler, Meoclinic, Berlin
Univ.-Prof. Dr. Andrea Maria Schmidt-Westhausen, Charite - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Bereich Oralmedizin, Zahnärztliche Röntgenologie und Chirurgie

Datum/Veranstaltung/Ort:
25.-27. Mai 2006
56. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Kieferchirurgie
Wiesbaden, Deutschland

Einleitung

Die Primärstabilität ist ein wichtiger Parameter für die Prognose eines Implantates. Besonders entscheidend ist die Evaluation der Implantatstabilität für eine mögliche sofortige prothetische Versorgung [1]. Ziel dieser Studie war es daher zu überprüfen, ob die Primärstabilität gemessen anhand der Resonanz-Frequenz-Analyse [2] (RFA) als Implantat-Stabilitäts-Quotient (ISQ) bei einem selbstschneidenden sowie einem nicht-selbstschneidenden Implantatsystem mit dem Implantateindrehmoment korreliert. Zusätzlich wurde die Primärstabilität beider Systeme verglichen.

Material und Methoden

Bei 263 Patienten wurden 602 Implantate inseriert. Zur Anwendung kamen zwei dentale Implantatsysteme unterschiedlicher Geometrie (Abb. 1 und 2):

Abb. 1: 408 Ankylos®-Implantate (Dentsply): nicht-selbstschneidendes konisches Schraubenimplantat mit progressivem Sondergewinde. Abb. 2: 194 Camlog®-Implantate (Camlog): selbstschneidendes konisches Schraubenimplantat Typ Root-Line (wurzelanalog).

Intra operationem wurde mit Hilfe der individuell kalibrierten Bohreinheit Frios® Unit E (Dentsply) das jeweilige maximale Implantateindrehmoment (insertion torque) mit seinem Verlauf ermittelt und aufgezeichnet. Zum Vergleich erfolgte bei 85 Implantaten eine zusätzliche RFA mit dem Osstell®-Gerät (Integration Diagnostics) direkt post implantationem. Bei 63 Implantaten mit gedeckter Einheilung wurde diese mit einer weiteren RFA 3 Monate später nach Implantatfreilegung in Relation gesetzt.

Ergebnisse

Innerhalb eines Jahres kam es zum Verlust von 9 Implantaten (= 1,5 %). Beim nicht-selbstschneidenden Ankylos®-System ergaben sich im Vergleich zum selbstschneidenden Camlog®-System statistisch signifikant höhere Drehmomentmaxima bei nicht signifikant differenten RFA-Werten.

Tab. 1: Mittelwerte (MW) und Standardabweichungen (SD) beider Implantatsysteme hinsichtlich Drehmomentmaxima und Resonanz-Frequenz-Analyse (t-Test; p < 0,05)
    n MW ±SD Signifikanz (p)
Drehmoment [Ncm] Ankylos® 408 28,82 15,23 0,023
Camlog® 194 25,86 14,67
RFA [ISQ] Ankylos® 27 66,48 8,42 0,956
Camlog® 58 66,59 7,33

Anhand der Berechnung des Pearson'schen Korrelationskoeffizienten r konnte insgesamt keine Korrelation von Drehmoment und RFA festgestellt werden (r = 0,305), lediglich bei Ankylos®-Implantaten korrelierten die Werte signifikant (r = 0,621). Bei Camlog®-Implantaten betrug r = 0,095. Auffällig waren die annähernd linearen Verläufe der Drehmomentkurven beim Camlog®-System im Gegensatz zu den eher konkaven Verläufen beim Ankylos®-System mit deutlichem Anstieg des Drehmomentes kurz vor Erreichen der korrekten Insertionstiefe. In den Abbildungen 3 und 4 sind die unterschiedlichen Drehmomentkurven beider Systeme anhand eines vom Durchmesser-Längen-Verhältnis in etwa vergleichbaren Implantattypen dargestellt.

Abb. 3: Drehmomentverlaufskurven von Ankylos®-Implantaten (Ø 3,5 mm / Länge 11 mm) (n = 124). Abb. 4: Drehmomentverlaufskurven von Camlog®-Implantaten (Ø 3,8 mm / Länge 11 mm) (n = 25).

Im Vergleich der RFA direkt postoperativ und nach Implantatfreilegung 3 Monate postoperativ konnte eine signifikante Korrelation der Werte beobachtet werden.


Tab. 2: Mittelwerte (MW) und Pearson'scher Korrelationskoeffizient (r) der Resonanz-Frequenz-Analyse direkt postoperativ und 3 Monate postoperativ
  n MW RFA [ISQ] direkt post-op MW RFA [ISQ] 3 Monate post-op Pearson Korrelation (r)
Gesamt 63 66,5 66,8 0,712
Ankylos® 37 67,9 66,5 0,667
Camlog® 26 64,4 67,3 0,828

Schlußfolgerungen

Die RFA zeigte im Vergleich zu den definitiv bestimmbaren Drehmomentmaxima beider Implantatsysteme keine allgemeine Korrelation. Bei signifikant unterschiedlichen Medianwerten der Drehmomente stellten sich bei der RFA sogar fast indifferente Mittelwerte dar. Diese Diskrepanz lässt darauf schließen, dass ISQ-Werte verschiedener Systeme nicht vergleichbar sind [3]. Innerhalb eines Implantatsystems jedoch scheint die RFA bei Verlaufsmessungen zu korrelieren, wobei Mehrfachmessungen über einen längeren Zeitraum für eine relevante Aussage der Implantatstabilität nötig sind [4]. Die Quantifizierung der Implantatstabilität durch das non-invasive, intra- als auch postoperativ durchführbare Verfahren der RFA als alleinige Methode kann nicht empfohlen werden.
Die nicht-selbstschneidenden konischen Ankylos®-Implantate mit progressivem Gewinde wiesen erstaunlicherweise eine höhere Primärstabilität im Vergleich zu den selbstschneidenden Camlog®-Root-Line-Implantaten mit wurzelanaloger Schraubengeometrie auf, was sich durch höhere Drehmomentmedianwerte und konkaven Drehmomentverlauf mit terminalem Anstieg verdeutlichte. Entsprechend den untersuchten Parametern vorliegender Studie scheinen Ankylos®-Implantate für die sofortige prothetische Versorgung besser geeignet.

Literatur

  1. Ledermann PD. Über 20-jährige Erfahrung mit der sofortigen funktionellen Belastung von Implantatstegen in der Regio interforaminalis. Z Zahnärztl Impl 1996;12(3):123-136.
  2. Meredith N, Alleyne D, Cawley P. Quantitative determination of the stability of the implant-tissue interface using resonance frequency analysis. Clin Oral Implants Res 1996;7(3):261-267.
  3. Ersanli S, Karabuda C, Beck F, Leblebicioglu B. Resonance frequency analysis of one-stage dental implant stability during the osseointegration period. J Periodontol 2005;76(7):1066-1071.
  4. Zix J, Kessler-Liechti G, Mericske-Stern R. Stability measurements of 1-stage implants in the maxilla by means of resonance frequency analysis: a pilot study. Int J Oral Maxillofac Implants 2005;20(5):747-752.

Abkürzungen

RFA = Resonanz-Frequenz-Analyse
ISQ = Implantat-Stabilitäts-Quotient

Dieses Poster wurde übermittelt von Annette Rabel.

Korrespondenz-Adresse:
Annette Rabel
Charite - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin
Bereich Oralmedizin, Zahnärztliche Röntgenologie und Chirurgie
Aßmannshauser Straße 4-6
14197 Berlin