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International Poster Journal of Dentistry and Oral Medicine
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Int Poster J Dent Oral Med 8 (2006), No. 1     15. Mar. 2006

Int Poster J Dent Oral Med 2006, Vol 8 No 01, Poster 306

Vario-GNE: anterior-posterior variable Gaumennahterweiterung im permanenten Gebiss

Sprache: Deutsch

Autoren:
Dr. Dieter Weber, Kieferorthopädische Fachpraxis, Leinfelden-Echterdingen, Germany
Thomas Mailänder, Kieferorthopädisches Fachlabor, Ostfildern-Kemnat, Germany
Prof. Dr. Dr. Dr.h.c. Konrad Wangerin, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Marienhospital Stuttgart, Germany
Dr. Barbara Marquardt, Radiologische Abteilung am Marienhospital Stuttgart, Germany

Datum/Veranstaltung/Ort:
19./20. März 2005
17. Symposium Kieferorthopädie
Berlin, Germany

Einleitung

Bei der basalen Erweiterung des Oberkiefers durch eine Gaumennaht-Erweiterungsapparatur werden herkömmliche Schrauben verwendet, welche eine gleichmässige Dehnung erlauben. Die einzige anterior und posterior getrennt zu verstellende Dehnschraube wird von Pedrazzini-Dental vertrieben. Durch ihre zierlich-schwache Ausführung und schwierige Aktivierung in situ eignet sie sich jedoch nicht für festsitzende GNE's, bei denen eine kräftige Ausführung wie bei chirurgisch unterstützten basalen Erweiterungen des Oberkiefers von Erwachsenen notwendig ist.

Problemstellung

Bei H.L. ergab die Simulation der vorgesehenen Dysgnathiebehandlung auf Grund von Setupmodellen, dass zur Angleichung der OK- und UK-Zahnbögen zu Beginn der Behandlung eine chirurgisch unterstützte Gaumennahterweiterung erforderlich ist. Die hierzu erforderliche Apparatur sollte jedoch anterior und posterior unterschiedlich weit aufgedreht werden können, da im posterioren Bereich eine starke transversale Kieferbreiten-Diskrepanz vorlag. Zugleich sollte die Apparatur wie herkömmliche kieferorthopädische GNE-Apparaturen dental inkorporiert werden können.

Forderungen an eine variabel verstellbare GNE-Apparatur:

Situation zu Behandlungsbeginn Setup Behandlungsplanung

 

Transversale Diskrepanz rechts im OK und UK mit seitlicher interdentaler Zungeneinlagerung
  1. Stabilität der Befestigungsteile an den Zähnen als auch im Bereich der Schrauben
  2. Gute Aktivierbarkeit
  3. Drehlager mit guter Führung und ausreichender Stabilität
  4. Keine Kippung der Ankerzähne beim Aktivieren der Apparatur
  5. Sicherungsmöglichkeit am Ende des Aktivierungsprozesses
  6. Allseitige Abrundung der einzelnen Teile zum Tragekomfort und Hygienefähigkeit

 

Material und Methoden

Durch einen präzisen A-Silikonabdruck werden identische Meistermodelle des Oberkiefers hergestellt. Im Bereich der Prämolaren und Molaren wird eine gegossene Edelstahl-Kappenschiene ähnlich wie bei einem Herbstscharnier angefertigt. Verbunden werden die beiden Kappenschienen über zwei modifizierte Superscrew-Schrauben.
Für eine asymmetrische Dehnung auf einer horizontalen Ebene sind vier zueinander parallele Gelenke zwingend notwendig. Mittels Fräsgerät werden senkrecht zur Okklusionsebene Gelenkführungsbohrungen eingebracht. Die modifizierten Schrauben dienen der Konstruktion als Gelenkachse.
Ein horizontales Kippen oder vertikales Verschieben der Gelenkachsen muss ausgeschlossen werden. Hierzu sind im 90-Grad-Winkel über und unter den Gelenkbohrungen plane Führungsflächen einzufräsen. An diesen Flächen liegen im fertigen Zustand die mittels Laserung fixierten axialen Anschläge an.
Die Stege der Superscrew-Schrauben werden mit 1 mm Abstand zur palatinalen Schleimhaut gelegt.

Wachsfräsung Vario-GNE-Gerüst Variable GNE-Apparatur

Nach relativer Trockenlegung wird die Vario-GNE mit Zement intra operationem während der chirurgischen Schwächung des Oberkiefers eingegliedert. Es folgt eine 5-tägige Latenzperiode ohne Aktivierung. Anschliessend beginnt die Aktivierung beider Superscrew-Schrauben mit jeweils 3 Aktivierungen morgens und abends. Nach Erreichen der transversal vorgesehenen Breite im anterioren Bereich wird nur noch distal weiter aktiviert, bis auch dort die erforderliche Breite erreicht ist. Im Anschluß wird der Schraubengang bei beiden Schrauben mit Kunststoff hygienisch blockiert.

Ergebnisse

Die Vario-GNE ging sehr gut einzugliedern. Eine Aktivierung der beiden Superscrew-Schrauben mit dem Schlüssel gelang im ersten Teil der Aktivierungszeit sehr gut. Gegen später wurde es aber schwieriger, die distale Schraube zu aktivieren, da die anteriore Schraube die Sicht etwas behinderte.
Wie auch aus symmetrischen dental fixierten Gaumennahterweiterungen bekannt ist ergab sich gegen Ende der Aktivierung doch ein geringer dentoalveolärer Effekt, welcher trotz der mit Abstand gefertigten GNE-Apparatur eine Impression der Schraubenenden in die palatinale Gingiva zur Folge hatte. Aufgrund der allseits abgerundeten Kanten der Vario-GNE und damit der Reinigungsmöglichkeit führte dies jedoch nicht zu Ulzerationen. Bei der Konstruktion wurde besonders darauf geachtet, dass die transversale Dehnung in der Horizontalebene ohne konstruktionsbedingte Kippeffekte gelingen kann. Die klinische Anwendung der Vario-GNE in dem vorgestellten Extremfall bewährte sich.

Zustand nach Aktivierung Hygienische Spindelblockierung Beginn der Konsolidierungsphase

 

3-D CT Volume Rendering rechte Seite 3-D CT Volume Rendering frontal 3-D CT Volume Rendering linke Seite

 

CT Schnitt bei anteriorer Schraube CT Schnitt bei posteriorer Schraube

 

Schlußfolgerungen

Die hier vorgestellte Vario-GNE erlaubt dem Kieferorthopäden, eine basale "Wunsch"-erweiterung entsprechend der klinisch erforderlichen Situation vornehmen zu können. Bei der Planung muss jedoch bedacht werden, dass diese Art der Vario-GNE nur für Fälle zur Anwendung kommt, wo stark differierende anteriore und posteriore Erweiterungen notwendig und wünschenswert sind.
Aufgrund des speziell erforderlichen Knowhows und der notwendigen präzisen Ausführung bleibt diese Apparatur wohl speziell geschulten kieferorthopädischen Technikern vorbehalten. Zudem muß bedacht werden, daß diese hochwertige Konstruktion aufgrund ihrer speziellen Anwendung auch ihren Preis hat. Dies muß vorher mit dem Patienten bzw. der Versicherung abgeklärt werden. Andererseits ermöglicht sie die Lösung von Fällen, welche sonst nicht therapierbar wären.

Abkürzungen

GNE: Gaumennahterweiterung
OK: Oberkiefer
UK: Unterkiefer
3-D-CT Volume Rendering: Dreidimensionale Computertomographie-Rekonstruktion

 

Dieses Poster wurde übermittelt von Dr. Dieter Weber.

Korrespondenz-Adresse:
Dr. Dieter Weber
Kieferorthopädische Fachpraxis
Marktstrasse 10
70771 Leinfelden-Echterdingen
Germany