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International Poster Journal of Dentistry and Oral Medicine
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Int Poster J Dent Oral Med 7 (2005), No. 3     15. Sep. 2005

Int Poster J Dent Oral Med 2005, Vol 7 No 03, Poster 287

Wundheilung nach Anwendung eines 2-Octyl-Cyanoacrylat Hautklebers bei submandibulärer Schnittführung

Sprache: Deutsch

Autoren:
Dr. Daniela Grimm, Dr. Daniel Cufi, Prof. Dr. Dr. Jörg. E. Otten, LT Oberarzt Dr. Dr Ralf Gutwald, Prof. Dr. Dr. Rainer Schmelzeisen
Klinik und Poliklinik für Mund-und Kiefer-Gesichtschirurgie Freiburg i.Br.

Datum/Veranstaltung/Ort:
20.-22. Mai 2004
Bad Homburg

Einleitung

Hohe ästhetische Ansprüche in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie bedingen den Anspruch auf möglichst wenig sichtbare Narben bei extraoralen Schnittführungen.


2-Octylcyanoacrylat mit
längerer Monomerstruktur

Material und Methoden

Bei insgesamt 14 Patienten wurden die ästhetischen Ergebnisse nach Wundverschluss mit 2-Octyl-Cyanoacryl Wundkleber (Derbamond®) und konventioneller Nahttechnik verglichen. Bei submandibuären Schnittführung im Rahmen von suprahyoidalen Ausräumungen, Neck dissections und Speicheldrüsenextirpationen erfolgte 10 Mal ein unilateraler und 4 Mal ein bilateraler Zugang. Nach Vorgabe des Studienprotokolls wurde die Haut nach subkutaner Naht entweder mit dem Wundkleber oder mit konventioneller Nahttechnik verschlossen. Bei einseitigen Schnittführungen wurde die Wunde je zur Hälfte mittels Dermabond® beziehungsweise, bei beidseitigen Schnittführungen wurde die eine Seite mit Dermabond®, die andere Seite mittels Naht verschlossen. Die Hautklebung erfolgte nach dem vom Hersteller angegebenen Verfahren. Der subdermale Wundverschluß mittels Naht erfolgte mit Venyl. Es stand dem jeweiligen Operateur frei, die Hautnahttechnik zu bestimmen. Die postoperativen Heilungsergebnisse wurden mit dem Freiburger Narbenscore nach 1 Woche, 3 Wochen und 3 Monaten bewertet. Die Narben wurden nach folgenden Einzelkriterien beurteilt: Narbenbreite, Einstichstellen, Narbenniveau, Farbe, Patientenempfinden, Mißempfinden, Komplikationen. Für jedes Einzelkriterium wurden 10 Beurteilungspunkte vergeben, anschließend werden die Punkte addiert. Das Maximum der erreichten Punktzahl ist 55, das Minimum ist 8 Punkte. Eine höhere Punktzahl bedeudet ein besseres Ergebnis. Zusätzlich zur Auswertung nach dem Freiburger Narbenscore, wurde die Anwender- bzw. die Patientenzufriedenheit ermittelt. Hierbei konnten vom Anwender bzw. vom Patienten zwischen 1 und 10 Punkte vergeben werden.


Abb. 1: Patientin präoperativ Abb. 2: Situation intraoperativ

Breite der Narbe in mm
(min. 1 Punkt, max 10 Punkte)
   Niveau der Narbe
(min 1, max 5)
   Farbe der Narbe
(min 1, max 10)
10 = 0,0 -  0,9 mm
09 = 1,0 -  1,9 mm
08 = 2,0 -  2,9 mm
07 = 3,0 -  3,9 mm
06 = 4,0 -  4,9 mm
05 = 5,0 -  5,9 mm
04 = 6,0 -  6,9 mm
03 = 7,0 -  7,9 mm
02 = 8,0 -  8,9 mm
01 = 9,0 -10,0 mm
   05 = eben
04 = < 50% eingezogen
03 = leicht eingezogen
02 = eingezogen
01 = Narbe erhaben
   10 = hautfarben
07 = weißlich
05 = rötlich
03 = rot
01 = blauviolett
Tab. 1: Freiburger Narbenscore

Ergebnisse

Im Mittel lagen die Punktzahlen für den Hautverschluss mit Dermabond zu allen Kontrollzeiten nur leicht über denen des Hautverschlusses mit Naht (32,0 Punkte gegenüber 26.4 nach einer Woche, 35,9 Punke gegenüber 34,4 nach drei Wochen und 48,4 Punkte gegenüber 46,1 nach drei Monaten) (siehe Tab. 1). Bei einer Skala von 1-10, wobei 1 Punkt die schlechtmöglichste, 10 Punkte die bestmöglichste Punktzahl war, wurde die Anwenderzufriedenheit des Hautverschlusses mit Wundkleber durchschnittlich mit 8,5 Punkten bewertet. Die Patientenakzeptanz des Hautverschlusses mit Wundkleber lag mit 8,9 Punkten höher als beim Nahtverschluss (7,8 Punkte). Die Handhabung des Applikators bewerteten alle Operateure als einfach. Der Zeitbedarf war je nach Größe der Wunde und nach Operateur sehr unterschiedlich. Der Wundverschluss betrug im Durchschnitt bei konventioneller Nahttechnik 223 Sekunden, bei der Wundklebung 52 Sekunden. Dies bedeutet eine Zeitersparnis bei 2-Octyl-Canoacryl-Anwendung gegenüber herkömmlicher Nahttechnik von 76,7% (siehe Tab. 2). Somit wird für die Naht im Mittel mehr Zeit benötigt. Bei der Verwendung des Hautklebers wurden etwas günstigere Ergebnisse erzielt.


Abb. 3: postoperativ Abb. 4: 3 Monate postoperativ

Tab. 1: Entwicklung Narbenscore / Durchschnitt

Tab. 2

Tab. 3

Diskussion

Vorteile des Wundverschlusses mittels 2-Octyl-Cyanoacrylat sind einfach Handhabung und Zeitersparnis. Die Patientenakzeptanz bei Verwendung des Wundklebers lag höher als beim Hautverschluss mit konventioneller Naht, da die Nahtentfernung entfällt. Die ästhetischen Ergebnisse waren nicht signifikant verschieden.
Damit stellt der Wundverschluss mit 2-Octyl-Cyanoacrylat eine gute Alternative zur konventionellen Nahttechnik dar.

Literatur

  1. Alamouti D., von Kobyletzky G., Allard P., Hoffmann K.: Ein prospektiver Vergleich von Octylcyanoacrylat-Gewebekleber und konventionellen Wundverschlüssen. Hautarzt; 1999, 50: S. 58-9.
  2. Lauer G., Englerth H., Schilli W.: Die Narbe als Resultat der Wundheilung im Gesichtsbereich. Dtsch. Zahnärztl. Z. 1995 Jan; 50(1)

Dieses Poster wurde übermittelt von Dr. Daniela Grimm.

Korrespondenz Adresse:
Dr. Daniela Grimm
Klinik und Poliklinik für Mund-und Kiefer-Gesichtschirurgie
Hugstetterstr. 55
D-79106 Freiburg i.Br.
Deutschland