International Poster Journal of Dentistry and Oral Medicine
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Int Poster J Dent Oral Med 12 (2010), No. 2     15. June 2010

Int Poster J Dent Oral Med 2010, Vol 12 No 2, Poster 492

Kostenaufwand der unterstützenden Parodontitistherapie

Sprache: Deutsch
 

Autoren:
Dr. med. dent. Bernadette Pretzl,
Universitätsklinikum Heidelberg, Sektion Parodontologie der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde
Prof. Dr. med. dent. Peter Eickholz,
Carolinum der Universität Frankfurt, Poliklinik für Parodontologie
Dr. med. dent. Jens Kaltschmitt,
niedergelassen in eigener Praxis
Dr. med. dent. Denise Wiedemann

Datum/Veranstaltung/Ort:
15. November 2008
NAgP-Jahrestagung
Bundeswehr-Zentralkrankenhaus Koblenz

Poster Award
1. Posterpreis 2008

Einleitung

Ziel der vorliegenden Studie war es, die Kosten, die im Laufe von 10 Jahren unterstützender Parodontitistherapie entstehen, zu erheben. Zusätzlich sollten Faktoren, die die Kosten beeinflussen, identifiziert werden.

Fig. 1: Ausgangsstatus von 1992
 
Fig. 2: Röntgenstatus 10 Jahre nach Parodontitistherapie
 

Material und Methoden

Patienten
• 98 Patienten
• antiinfektiöse Therapie vor 10 Jahren durch denselben Behandler ggf. inkl. parodontalchirurgischer Maßnahmen
• Röntgenstatus von Therapiebeginn

Klinische Untersuchung
• Nachuntersuchung 10 Jahre ± 6 Monate nach Beginn der ersten Sitzung der antiinfektiösen Therapie durch dieselbe Untersucherin
• allgemeine Anamnese und erweiterter Gesundheitsfragebogen, Raucheranamnese
• Zahn- und Parodontalstatus
• GBI (Ainamo & Bay 1975) und PCR (O'Leary et al. 1972)
• Test auf Interleukin-1-Polymorphismus (IAI ParoGen-Test, IAI Institut für Angewandte Immunologie, Zuchwil, Schweiz)

Röntgenauswertung
• Auswertung der Röntgenstaten durch verblindeten Untersucher

Aktenrecherche
• Ausgangsdiagnose
• Zahnverlust
• Regelmäßigkeit der unterstützenden Parodontitistherapie
• Prognoseindex (Checchi et al. 2002)
• Risikoanalyse nach Lang & Tonetti 2003

Kostenberechnung
Mit Hilfe der Patientenakten anhand der GOZ-Positionen im 2,3fachen Satz
• 100/101 (MH-Status)
• 400 (Parodontalstatus)

Bei Bedarf:
• 402 (subgingivale CHX-Instillation)
• 405 (Entfernung von Zahnbelägen)
• 407 (subgingivales Scaling)

Statistische Analyse
Weisheitszähne wurden von der Analyse ausgeschlossen
• Statistische Auswertung mittels SPSS 15.0
• Multilevel-Regressionsanalyse für das Zielkriterium Kosten pro Patient und Zahn für den 10-Jahres-Zeitraum
 

Ergebnisse

Insgesamt konnten 2249 Zähne der 98 Patienten 10 Jahre lang erhalten werden.
• Für die unterstützende Parodontitistherapie (UPT) mussten im Mittel 60,52 ± 42,37 EUR pro Zahn aufgewendet werden.
• Die Therapie der 154 Zähne, die während der 10 Jahre verloren gingen, kostete mit 5,01 ± 3,13 EUR pro UPT-Sitzung statistisch signifikant mehr als die Therapie der erhaltenen Zähne (3,98 ± 2,75 EUR).
• Auf Patientenebene konnten keine statistisch signifikanten Einflussfaktoren ermittelt werden, der Versichertenstatus hatte keinen Einfluss auf die Kosten.
• Folgende Faktoren beeinflussten die Kosten pro Zahn: Zahntyp (p = 0,001), Pfeilerzahn (p = 0,009), Initialer Knochenabbau (p < 0,001), Furkationsbeteiligung (p = 0,002)
• Die Berechnung der fiktiven Kosten für ein Einzelzahnimplantat ergab im 2,3fachen Satz etwa 2000 EUR, für eine Brücke etwa 1600 EUR.

Patientenbezogene Faktoren
   
n
Kosten in EUR
MW ± SD
Gesamt 2249 60,52 ± 42,37
Weiblich 1328 59,87 ± 42,58
Männlich 921 61,48 ± 42,06
Raucher 610 64,66 ± 46,08
Nichtraucher 1639 58,99 ± 40,81
Moderat chronische Parodontitis 701 52,18 ± 40,71
Schwer chron./ aggr. Parodontitis 1548 64,31 ± 42,58
IL-1 Polymorphismus negativ 1456 56,99 ± 41,17
IL-1 Polymorphismus positiv 793 67,03 ± 43,77
Private Krankenversicherung 774 60,20 ± 39,92
Gesetzliche Krankenversicherung 1475 60,70 ± 43,61
≤ 9 Jahre Schulausbildung 94 85,32 ± 42,44
> 9 Jahre Schulausbildung 1032 54,28 ± 43,89
Universitätsabschluss 1123 64,20 ± 39,70
 
Zahnbezogene Ergebnisse
   
n
Kosten in EUR
MW ± SD
Frontzahn 1064 23,45 ± 34,17
Prämolar 640 58,23 ± 38,18
Molar 545 77,07 ± 56,83
Initialer Knochenabbau ≤ 20% 651 46,85 ± 31,67
21-40% 940 59,54 ± 40,34
41-60% 472 69,07 ± 44,54
61-80% 136 88,47 ± 56,68
> 80% 50 100,47 ± 54,18
Kein Zahnersatz 1951 59,66 ± 41,86
Festsitzender Zahnersatz 231 64,03 ± 46,71
Herausnehmbarer Zahnersatz 67 73,70 ± 39,10
Zahn ohne Furkation 1567 54,30 ± 34,64
Keine Furkationsbeteiligung 293 72,77 ± 49,78
Furkationsbeteiligung 389 76,40 ± 56,31
 

Schlußfolgerungen

Die Kosten für die UPT eines parodontal geschädigten Zahnes sind verglichen mit den Kosten, die für seinen Ersatz erforderlich werden, niedrig. Je höher das Risiko eines Zahnes für Verlust (Pretzl et al. 2008), desto höher der Kostenaufwand für die UPT.
 

Dieses Poster wurde übermittelt von Dr. med. dent. Bernadette Pretzl.
 

Korrespondenz-Adresse:
Dr. med. dent. Bernadette Pretzl
Universitätsklinikum Heidelberg
Sektion Parodontologie der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg, Germany