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Int Poster J Dent Oral Med 11 (2009), No. 4     15. Dec. 2009

Int Poster J Dent Oral Med 2009, Vol 11 No 4, Poster 462

Die Retention zahnfarbener Wurzelkanalstifte in Abhängigkeit von verschieden Befestigungssystemen

Sprache: Deutsch
 

Autoren:
PD Dr. Christian R. Gernhardt, Tobias Mohs, Dr. Annett Kobler, Holger Vorderwülbecke, Prof. Dr. Hans-Günter Schaller,
Universitätspoliklinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Datum/Veranstaltung/Ort:
5.-7. Juni 2008
22. Jahrestagung der DGZ (Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung)
Würzburg
 

Einleitung

Zur Vermeidung von ästhetischen Einbußen bei vollkeramischen Restaurationen sowie der Gefahr von Korrosion metallischer Stifte werden vermehrt metallfreie Wurzelstifte aus Zirkondioxid oder aus glasfaserverstärktem Komposit eingesetzt (1). Diese werden im Wurzelkanal adhäsiv befestigt, wobei die Retention der jeweiligen Wurzelstifte von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird (2,3).
 

Problemstellung

Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, den Einfluss vier verschiedener Befestigungssysteme auf die Retention von konfektionierten Wurzelstiften des Erlanger Systems aus Zirkondioxid (CP) (CeraPost, Komet, Lemgo) und glasfaserverstärktem Komposit (DP) (DentinPost, Komet, Lemgo) zu prüfen.
 

Material und Methoden

In dieser Untersuchung wurde in den Wurzeln von 80 extrahierten und endodontisch behandelten Frontzähnen bei jeweils 40 Proben je ein 10 mm langer konischer Wurzelkanalstift aus Zirkondioxid oder aus glasfaserverstärktem Komposit inseriert. Jeweils 10 Proben wurden zufällig auf 8 Untersuchungsgruppen verteilt und mit einem der vier dualhärtenden Kompositzemente Panavia F 2.0 (P) (Kuraray, Japan), RelyX Unicem (R) (3M Espe, Seefeld), Bifix QM (B) (Voco, Cuxhaven) und Nexus 2 (N) (Kerr, Schweiz) exakt nach Herstellerangaben im Wurzelkanal adhäsiv befestigt. Nach Lagerung für 24 Stunden bei 37°C in isotonischer Kochsalzlösung wurden die Stifte axialen Zugkräften in der Universalprüfmaschine Zwick Z 007 (Zwick, Ulm) ausgesetzt. Die dabei ermittelte maximale Kraft (in Newton), die zum vollständigen Abriss der Stifte aus dem Wurzelkanal führte, wurde als ein Maß für das Retentionsvermögen der Stifte angesehen. Nach den Zugversuchen erfolgte die rasterelektronenmikroskopische Begutachtung der Proben aus allen Versuchsreihen, um Hinweise auf mögliche Ursachen für den Retentionsverlust der Wurzelstifte zu gewinnen.
 

Ergebnisse

Die ermittelten Haftfestigkeiten und Standardabweichungen (in N) sind in Tabelle 1 und Abbildung 5 angegeben. Für die Gruppe CP wurden mit Panavia F 2.0 und innerhalb der Gruppe DP mit RelyX Unicem signifikant höhere Retentionswerte erzielt als mit den übrigen Dualzementen. Die signifikant niedrigsten Haftwerte in der Gruppe CP erzielten Nexus 2 und Bifix QM. In der DentinPost Gruppe zeigte Nexus 2 die signifikant niedrigste Haftkraft. Bei der Betrachtung der Haftwerte zwischen den Stiftmaterialien konnten alle Dualzemente bis auf Panavia F 2.0 in Kombination mit einem DentinPost signifikant höhere Haftwerte als mit einem CeraPost erreichen. Während RelyX Unicem und Nexus 2 ihr Retentionsvermögen im Vergleich zu den Cerapoststiften um 50 % bzw. 30% steigern konnten, ergab die Anwendung des ER-Dentinposts in Kombination mit dem Befestigungsmaterial Bifix QM sogar eine Verbesserung der Haftkraft um das Fünffache (ANOVA, Tukey's Tests, p < 0,05). Die Hauptursache für den Retentionsverlust in der gesamten Gruppe CP, als auch in den Gruppen DP/R und DP/N war ein adhäsives Versagen (Abb.1,2) sowohl zwischen Kanalwand und Zement, als auch zwischen Zement und Stift. In der Gruppe DP/P und DP/B wurde ein kombiniert adhäsiv/kohäsives Versagensmuster festgestellt (Abb. 3,4).

Abb. 1: Gruppe CP/P: Fest haftender Zement an der Kanalwand (V 500x) Abb. 2: Gruppe CP/P: An der Stiftoberfläche anhaftende dünne Zementschicht (V 250x)
Abb. 3: Gruppe DP/P: Kanalwand nahezu vollständig mit Panavia bedeckt (V 50x) Abb. 4: Gruppe DP/P: Zementbedeckte und nahezu freiliegende Fiberglasfasern (V 500x)
 
Abb. 5: Graphische Darstellung der Ergebnisse (Haftkraft und Standardabweichung in N)
 
 
Gruppe CP/P CP/R CP/B CP/N DP/P DP/R DP/B DP/N
Haftkraft in N 290,47 159,81 60,37 74,49 233,61 323,26 245,65 110,46
Standardabweichung 59,86 56,42 14,61 16,09 53,76 55,51 81,76 27,8
Tab. 1: Haftkraft und Standardabweichung der einzelnen Versuchsgruppen in N
 

Schlußfolgerungen

Die getesteten Befestigungszemente sind somit grundsätzlich als Befestigungsmaterial für zahnfarbene Stifte aus Zirkondioxid oder glasfaserverstärktem Komposit geeignet sind. Die selbst konditionierenden Dualzemente PanaviaTM F 2.0 und RelyX Unicem weisen eine signifikant höhere Haftung auf als die beiden Systeme mit Phosphorsäureapplikation. Allerdings sollte bei der Auswahl berücksichtigt werden, aus welchem Material der verwendete Stift besteht.
 

Literatur

  1. Kalkan M, Usumez A, Ozturk A N, Belli S, Eskitascioglu G: Bond strength between root dentin and three glass-fiber post systems. J Prosthet Dent. (2006 Jul) 96(1):41-6.
  2. Wrbas K T, Kampe M T, Schirrmeister J F, Altenburger M J, Hellwig E: Retention of fiber posts dependent on different resin cements, Schweiz Monatsschr Zahnmed. (2006) 116(1):18-24.
  3. D'Arcangelo C, Cinelli M, De Angelis F, D'Amario M: The effect of resin cement film thickness on the pullout strength of a fiber-reinforced post system. J Prosthet Dent. (2007 Sep) 98(3):193-8.
     

Dieses Poster wurde übermittelt von PD Dr. med. dent. Christian R. Gernhardt.
 

Korrespondenz-Adresse:
PD Dr. med. dent. Christian R. Gernhardt
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Universitätspoliklinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie
Große Steinstraße 19
06108 Halle/Saale