International Poster Journal of Dentistry and Oral Medicine
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Int Poster J Dent Oral Med 10 (2008), No. 4     15. Dec. 2008

Int Poster J Dent Oral Med 2008, Vol 10 No 04, Poster 428

Patientenbezogene Langzeitergebnisse 10 Jahre nach parodontaler Therapie

Sprache: Deutsch
 

Autoren:
Dr. med. dent. Bernadette Pretzl, Dr. med. dent. Jens Kaltschmitt, Janet Berbig,
Sektion Parodontologie der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde, Universitätsklinikum Heidelberg
Prof. Dr. med. dent. Peter Eickholz,
Poliklinik für Parodontologie, Zentrum der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Carolinum), Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Datum/Veranstaltung/Ort:
17. November 2007
NAgP-Jahrestagung
Leipzig

Poster Award
1. Posterpreis 2007
 

Einleitung

Evaluation von Faktoren auf Patientenebene, die zum Langzeiterfolg systematischer Parodontitistherapie über 10 Jahre beitragen. Das Hauptzielkriterium dieser Analyse war Zahnverlust.

Ausgangsstatus von 1992
 
Röntgenstatus 10 Jahre nach Parodontitistherapie
 

Material und Methoden

Patienten
• 100 Patienten
• antiinfektiöse Therapie vor 10 Jahren durch denselben Behandler ggf. inkl. parodontalchirurgischer Maßnahmen
• Röntgenstatus zu Therapiebeginn

Klinische Untersuchung
• Nachuntersuchung 10 Jahre ± 6 Monate nach Beginn der ersten Sitzung der antiinfektiösen Therapie, durch dieselbe Untersucherin
• allgemeine Anamnese und erweiterter Gesundheitsfragebogen, Raucheranamnese
• Zahn- und Parodontalstatus
• GBI (Ainamo & Bay 1975) und PCR (O'Leary et al. 1972)
• Test auf Interleukin-1-Polymorphismus (IAI ParoGen-Test, IAI Institut für Angewandte Immunologie, Zuchwil, Schweiz)

Aktenrecherche
• Ausgangsdiagnose
• Zahnverlust
• Regelmäßigkeit der unterstützenden Parodontitistherapie
• Prognoseindex (Checchi et al. 2002)
• Risikoanalyse nach Lang & Tonetti (2003)

Statistische Analyse
• Dateneingabe durch zwei unabhängige Personen
• Vergleich der Daten durch Subtraktion
• Patient als statistische Einheit
• Weisheitszähne wurden von der Analyse ausgeschlossen
• Statistische Auswertung mittels zweier Programme: SPSS 15.0 und SAS
• Poisson-Regressionsanalyse für das Zielkriterium Zahnverlust
 

Ergebnisse

Von 145 angeschriebenen Patienten erklärten sich 103 dazu bereit, an der Studie teilzunehmen. Somit lag die Responderrate bei 71%.
Gründe für das Fernbleiben waren: Adresse unbekannt (13), Tod (4), Gesundheitliche Gründe (5), Terminvereinbarung nicht möglich (11), Persönliche Gründe (9).
Die Daten von 3 Patienten mussten auf Grund von Unvollständigkeit von der Analyse ausgeschlossen werden.

Zahnverlust:
Eine regelmäßige Teilnahme an der UPT, sowie Fehlen des IL-1-Polymorphismus und Nikotinabstinenz wirken sich ebenso protektiv aus wie männliches Geschlecht.
Der mittlere PCR nach systematischer parodontaler Therapie korreliert ebenso mit Zahnverlust. Je höher der PCR während der UPT, desto größer das Risiko für Zahnverlust.
Das Risiko für Zahnverlust steigt mit dem Lebensalter signifikant an.

Prognoseindizes:
Für den Prognoseindex nach Checchi (2002) konnte keine Korrelation mit dem Zielkriterium Zahnverlust festgestellt werden.
Ein hohes parodontales Risiko nach Lang & Tonetti (2003) zu Beginn der UPT korreliert dagegen signifikant mit zukünftigen Zahnverlust. Die Risikoeinschätzung stellt somit einen validen prognostischen Parameter dar.

Zahnverlust
n Zahnverlust
MW ± SD  Median   Range 
Gesamt  100  1,55 ± 3,29 0-28
UPT regelmäßig 53 0,55 ± 0,99 0 0-5
unregelmäßig 47  2,68 ± 4,44  1 0-28
IL-l Polymorphismus negativ 62 1,13 ± 1,74 1 0-10
positiv 38 2,24 ± 4,82 1 0-28
Moderat chronische Parodontitis 30 0,80 ± 1,45 0 0-5
Schwer chronische / aggr. Parodontitis 70 1,87 ± 3,78 1 0-28
Weiblich 59 1,15 ± 1,91 1 0-28
Männlich 41 1,83 ± 3,98 0 0-10
Raucher 27 2,22 ± 5,37 1 0-28
Nichtraucher 73 1,30 ± 2,06 0 0-10
 
Poisson Regressionsanalyse
Schätzer t p Risk ratio
Intercept - 6,3675  - 8,69  < 0,0001 
Unregelmäßige Teilnahme an derUPT 1,1552  5,05  < 0,0001  3,17 
Ausgangsdiagnose 0,8484  3,63  0,0005  2,34 
IL-1-Polymorphismus 0,6255  3,50  0,0007  1,87 
Nikotinkonsum 0,5891  2,86  0,0053  1,80 
Mittlerer PCR (10% Schritte) 0,4571  5,96  < 0,0001  1,57 
Geschlecht 0,3747  2,00  0,00487  1,45 
Alter (pro Jahr) 0,0499  5,22  < 0,0001  1,05 
 

Schlußfolgerungen

Einige Kriterien beeinflussen den Zahnverlust. Nach systematischer parodontaler Therapie schützen regelmäßige Teilnahme an der UPT sowie eine effektive Mundhygiene und Nikotinabstinenz vor Zahnverlust.
Die Ausgangsdiagnose "schwere chronische oder aggressive Parodontitis" erhöht das Risiko für zukünftigen Zahnverlust ebenso wie das Vorhandensein des Interleukin-1-Polymorphismus und weibliches Geschlecht.
Patienten mit hohem Parodontitisrisiko (PRA: Lang & Tonetti 2003) verlieren mehr Zähne als Patienten in anderen Parodontitis-Risikogruppen.
 

Dieses Poster wurde übermittelt von Dr. med. dent. Bernadette Pretzl.
 

Korrespondenz-Adresse:
Dr. med. dent. Bernadette Pretzl
Sektion Parodontologie der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde
Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg