International Poster Journal of Dentistry and Oral Medicine
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Int Poster J Dent Oral Med 5 (2003), No. 3     15. Sep. 2003

Int Poster J Dent Oral Med 2003, Vol 5 No 03, Poster 180

Prognostische Parameter für die Therapie von Grad-II-Furkationsdefekten

Sprache: Deutsch

Autoren:
Prof. Dr. Peter Eickholz
Sektion Parodontologie, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde, Klinik für Mund-, Zahn- und Kieferkrankheiten, Universitätsklinikum Heidelberg;
Dr. Jacob Horwitz, Prof. Dr. Eli E. Machtei
Periodontal Unit, Department of Maxillofacial Surgery, Rambam Medical Center, Israel;
Dr. Peter Reitmeir, Priv.-Doz. Dr. Rolf Holle
GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen;
Dr. Dr. Ti-Sun Kim,
Sektion Parodontologie, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde, Klinik für Mund-, Zahn- und Kieferkrankheiten, Universitätsklinikum Heidelberg.

Datum/Veranstaltung/Ort:
12.-14.09.2002
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie
Baden-Baden

Problemstellung

Untersuchung röntgenologischer Parameter als prognostische Faktoren und ihre Veränderung als beschreibende Parameter der Heilung von Grad-II-Furkationsdefekten 6 und 24 Monate nach GTR-Therapie.

Material und Methoden

Patienten

  • 17 Patienten (8 weiblich) im Alter von 21-64 Jahren.
  • Unbehandelte fortgeschrittene marginale Parodontitis.
  • Ein oder mehrere bukkale oder linguale Grad-II-Furkationsdefekte.

Röntgenuntersuchung

  • Vor, 6 und 24 Monate nach GTR-Therapie: Standardisierte Bissflügelaufnahmen aller Zähne mit Grad-II-Furkationsdefekten mit modifizierten Filmhaltern (VIP 2 Film Positioning, UpRad Corp., Fort Lauderdale, USA) (DUCKWORTH et al. 1983, EICKHOLZ et al. 1996).
  • Intraorale Zahnfilme (Ultraspeed, Eastman Kodak Co., Rochester, USA) 31 x 41 mm.
  • Röntgengerät (Heliodent 70, 70 kV, 7 mA, Siemens, Bensheim).
  • Entwicklungseinheit (Periomat, Dürr Dental GmbH, Bietigheim-Bissingen).

Klinische Untersuchungen

Vor, 6 und 24 Monate nach GTR-Therapie an 6 Stellen pro Zahn:

  • Gingival (GI) und Plaque Index (PlI).
  • ST und PAL-V auf 0,5 mm genau (PCP UNC 15, Hu Friedy, Chicago, USA).
  • An Furkationsstellen:
  • PAL-H auf 0,5 mm genau (PQ2N, Hu Friedy).

Parodontalchirurgie

  • Mukoperiostlappen, S/RP.
  • GTR-Therapie:
         -7 Defekte: ePTFE-Barrieren
         -26 Defekte: biologisch abbaubare Barrieren.
  • Entfernung der ePTFE-Barrieren nach 4-6 Wochen.
  • UPT in 3- bis 6-monatigen Abständen.

Auswertung der Röntgenbilder

Digitalisierung aller Röntgenbilder mit einem Flachbettscanner (Friacom-Scanner: Linotype SAPHIR, 600x1200 dpi Auflösung, Friadent AG, Mannheim) und Auswertung in dem PC-Programm FRIACOM 2.4 (Friadent AG, Mannheim):

  • Vergrößerung: 11x
  • Markierung der Enden der Abbildung des parallel zur Filmebene auf dem Filmhalter befestigten Drahtes (Abb. 1, 2) und Eingabe der tatsächlichen Länge des Drahtes. Alle weiteren Messungen wurden automatisch für die gewählte und durch die Röntgendarstellung verursachte Vergrößerung korrigiert.
  • Verbindung der mesialen und distalen SZG durch eine Gerade, Messung der Strecken SZG-Fx und SZG-LA senkrecht zu dieser Geraden (Abb. 1a).
Abb.1a, b, c:
Röntgenbilder eines Grad-II-Furkationsdefekts distal 46 vor (a), 6 (b) und 24 Monate (c) nach GTR-Therapie: SZG (Schmelz-Zement-Grenze), LA (Limbus alveolaris), FW (Furkationsweite), Fx (Furkationsfornix).
Abb. 2 a, b, c:
Röntgenbilder von Grad-II-Furkationsdefekten: 47 bukkal 0(a), 36 lingual (b) und 27 bukkal (c).
  • Messung der FW auf der Höhe des LA in der Furkation (Abb. 1a).
  • Verbindung des mesialen und distalen LA durch eine Gerade, Messung der Stecke LA-Fx senkrecht dazu (Abb. 1a).
  • Alle röntgenologischen Messungen erfolgten durch einen für die klinischen Daten verblindeten Untersucher (JH).
  • Alle Röntgenbilder wurden in randomisierter Reihenfolge ausgewertet, damit eine Zuordnung zum Aufnahmezeitpunkt unmöglich war.

Statistische Analyse

  • Vergleich der prä- mit den postoperativen Werten mittels paarigem t-Test.
  • Schrittweise Multilevel-Regressionsanalyse:
    Abhängige Variablen: 1) PAL-H-Gewinn.
    Unabhängige Variablen: Patient, Alter, Nikotinanamnese, präOP ST, PAL-H, PlI, GI, SZG-Fx, FW, LA-Fx.

Ergebnisse

  • 17 Patienten steuerten 33 bukkale und linguale Grad-II-Furkationsdefekte bei (Tab. 1): 1 Patient 4, 2 Patienten 3, 9 Patienten 2 und 5 Patienten je 1 Defekt.
Tab. 1: Verteilung der Grad-II-Furkationsdefekte nach Kiefer und Lokalisation
Kiefer bukkal lingual Total
Oberkiefer 11 - 11
Unterkiefer 10 12 22
Total 21 12 33
Tabelle 1
  • 7 aktuelle und 3 ehemalige Raucher mit 14 bzw. 6 Defekten nahmen teil.
  • 6 und 24 Monate postoperativ konnten statistisch signifikante PAL-H-Gewinne beobachtet werden.
Tabelle 2
Tabelle 3
  • Präoperative ST und ein Furkationsfornix apikal des approximalen Limbus alveolaris beeinflussen die PAL-H-Gewinne positiv, ein hoher Wurzelstamm und eine weite Furkation wirken sich negativ aus (Tab. 4).
Tabelle 4

Schlußfolgerungen

Die Auswertung präoperativer Röntgenbilder gibt Informationen für die Prognose regenerativer Therapie von bukalen und lingualen Grad-II-Furkationsdefekten:

  • Ein hoher Wurzelstamm, ein breiter Furkationseingang und ein Furkationsfornix koronal des approximalen Limbus alveolaris haben einen ungünstigen Einfluss.
  • Eine tiefe Tasche an der Furkationsstelle und ein Furkationsfornix apikal des approximalen Limbus alveolaris haben einen günstigen Einfluss.
  • Die Röntgenparameter eignen sich nur sehr begrenzt zur Beschreibung der knöchernen Heilung.

 

Dieses Poster wurde übermittelt von Prof. Dr. Peter Eickholz.

Korrespondenz-Adresse:
Prof. Dr. Peter Eickholz
Sektion Parodontologie
Poliklinik für Zahnerhaltungskunde
Universitätsklinikum
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg
Deutschland.