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Int Poster J Dent Oral Med 5 (2003), No. 1     15. Mar. 2003

Int Poster J Dent Oral Med 2003, Vol 5 No 01, Poster 156

Zur Reproduzierbarkeit von DIAGNOdent-Messwerten

Sprache: Deutsch

Autoren: Jan Kühnisch, Roswitha Heinrich-Weltzien, Lutz Stößer
Friedrich-Schiller-Universität Jena, Zentrum ZMK, Poliklinik für Präventive Zahnheilkunde

Datum/Veranstaltung/Ort:
Februar 2002
Preventive Dentistry 2002
Jena

 

Zielstellung

Neben der Differenzierung zwischen Schmelz- und Dentinläsionen wurde das DIAGNOdent-Gerät (KaVo, Biberach) insbesondere für das "Kariesmonitoring" an der Okklusalfläche empfohlen. Da die gute Messwert-Reproduzierbarkeit dabei als wesentliche Voraussetzung anzusehen ist, war es Ziel der vorliegenden In-vitro-Untersuchung, die Intra- und Inter-Untersuchervariabilität sowie Unterschiede zwischen verschiedenen DIAGNOdent-Geräten zu registrieren. Weiterhin sollte die Reproduzierbarkeit der Messwerte innerhalb klinisch relevanter Intervalle zwischen 0-15%, 15-30% und 30-100% beurteilt werden.

 

Material und Methoden

Untersuchungsmaterial

  • Gesunde, (initial) kariöse, aber nicht kavitierte Weisheitszähne (n=80).
  • Fixierung in Methacrylat-Sockeln.
  • Professionelle Reinigung mit Pulverstrahlgerät (AirFlow, EMS, Schweiz).
  • Lagerung der Proben in 0,02%iger Natriumazid-Lösung.

Untersuchungsdurchführung

  • Theoretisches und praktisches Training aller Zahnärzte (n=4) im Vorfeld der Untersuchung.
  • Kalibrierung aller DIAGNOdent-Geräte (n=4).
  • Vor jeder Messung Erfassung der Zahnkonstante.
  • Nach 5-sekündiger Lufttrocknung Registrierung des maximalen DIAGNOdent-Wertes mit der Sonde A.

Statistische Methoden

  • Statistikprogramm SPSS 10.0.
  • Intra-Klassen-Koeffizient nach Lin (IKKLin) zur Bewertung der Intra- und Inter-Untersucher-Variabilität (Lin 1989).
  • T-Test für abhängige Stichproben; Signifikanzniveau p < 0,05.
  • Streudiagramme.
  • Residuenplot nach Bland und Altmann (1986).

 

Ergebnisse

1. Reproduzierbarkeit der DIAGNOdent-Werte eines jeden Untersuchers

2. Intra-Untersucher-Variabilität

Intra-
Untersucher-
 Variabilität 
  Zahnarzt 1     Zahnarzt 2     Zahnarzt 3     Zahnarzt 4  
Messung Messung Messung Messung
1 2 1 2 1 2 1 2
x in %  18,2 22,7 19,6 20,2 17,5 13,5 19,2 19,0
SD 22,3 24,4 21,9 22,5 19,6 18,5 20,9 20,5
T-Test 0,001* 0,593 0,000* 0,767
IKKLin 0,93 0,94 0,96 0,98
  • Die Reproduzierbarkeit der Messwerte durch die Untersucher 1 und 4 war unzureichend.

3. Inter-Untersucher-Variabilität

Inter-
Untersucher-
 Variabilität 
 DIAGNOdent 1   DIAGNOdent 2   DIAGNOdent 3   DIAGNOdent 4 
IKKLin p-Wert IKKLin p-Wert IKKLin p-Wert IKKLin p-Wert
Zahnarzt 1-2  0,93 0,9844 0,95 0,0561 0,95 0,7235 0,94 0,1536
Zahnarzt 1-3  0,89 0,0005* 0,94 0,0885 0,89 0,0151* 0,87 0,0013*
Zahnarzt 1-4  0,77 0,0684 0,96 0,0980 0,90 0,3248 0,95 0,1722
Zahnarzt 2-3  0,89 0,0008* 0,92 0,0004* 0,88 0,0038* 0,88 0,0106*
Zahnarzt 2-4  0,74 0,0906 0,98 0,3416 0,92 0,1292 0,98 0,7713
Zahnarzt 3-4  0,78 0,6575 0,95 0,0006* 0,95 0,0186* 0,90 0,0062*
  • Der T-Test zeigte für die Inter-Untersucher-Variabilität des Untersuchers 3 in zehn von zwölf Vergleichen signifikant abweichende Messwerte.
  • Zwischen allen anderen Untersuchern lagen keine Unterschiede vor.

4. Geräte-Variabilität

Geräte-
 Variabilität 
 DIAGNOdent-Werte 
aller Zahnärzte
 DIAGNOdent-Werte 
 der Zahnärzte 1, 2 und 4 
IKKLin p-Wert IKKLin p-Wert
Gerät 1-2 0,91 0,0224* 0,90 0,0564
Gerät 1-3 0,90 0,1629 0,89 0,5273
Gerät 1-4 0,94 0,1857 0,93 0,2493
Gerät 2-3 0,94 0,3494 0,93 0,1383
Gerät 2-4 0,94 0,1321 0,94 0,2050
Gerät 3-4 0,94 0,6102 0,95 0,7249
  • Nach Ausschluss der Messwerte des Untersuchers 3 wurden keine signifikanten Unterschiede mehr zwischen den einzelnen Geräten registriert.
  • Die Messwerte des Untersuchers 3 wurden daher für alle weiteren Analysen ausgeschlossen.

5. Messwert-Reproduzierbarkeit im Bereich zwischen 0 und 14%

6. Messwert-Reproduzierbarkeit im Bereich zwischen 15 und 30%

  • 41,6% aller Wertepaare lagen außerhalb des Intervalls.
  • Der IKKLin betrug 0,16.
  • Das Inkonsistenzintervall lag zwischen ± 10,6.

7. Messwert-Reproduzierbarkeit im Bereich zwischen 30 und 100%

  • 8,9% aller Wertepaare lagen außerhalb des Intervalls.
  • Der IKKLin betrug 0,65.
  • Das Inkonsistenzintervall lag zwischen ± 32,8.

 

Schlussfolgerungen

  • Subjektive Fehler können bei der laseroptischen Okklusalkaries-Diagnostik nicht ausgeschlossen werden.
  • Der klinischen Nutzung des DIAGNOdent-Gerätes sollte daher ein theoretisches und praktisches Training vorangestellt werden.
  • Zwischen den verwendeten Geräten wurden keine Unterschiede festgestellt.
  • In dem klinisch bedeutsamen Messbereich zwischen 15-30% war die Reproduzierbarkeit der DIAGNOdent-Werte unzureichend.
  • Das DIAGNOdent-Gerät erscheint demzufolge vorerst nicht für ein "Kariesmonitoring" geeignet.

 

Dieses Poster wurde übermittelt von Dr. Jan Kühnisch.

Korrespondenz-Adresse:
Dr. Jan Kühnisch.
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Zentrum ZMK
Poliklinik für Präventive Zahnheilkunde
An der Alten Post 4
07743 Jena