International Poster Journal of Dentistry and Oral Medicine
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Int Poster J Dent Oral Med 3 (2001), No. 3     15. Sep. 2001

Int Poster J Dent Oral Med 2001, Vol 3 No 3, Poster 87

Einfluß verschiedener Mundspüllösungen auf in vivo gewachsene Plaque

Sprache: Deutsch

Autoren:  Dr. med. dent. Andreas Hombach, Prof. Dr. med. dent. habil. Eckhard Beetke, Prof. Dr. med. habil. Holger Jentsch
University of Rostock, Medical Faculty, Department of Conservative Dentistry

Datum/Veranstaltung/Ort: 
16. bis 18.11.2001
BZÄK- DGZMK- Tagung
Frankfurt/Main, Germany


Dentsply - Förderpreis


Einführung und Ziel

Über die Beeinflussung der dentalen Plaque durch verschiedene Mundspüllösungen liegt eine Vielzahl von Veröffentlichungen vor.
Bei diesen Untersuchungen handelt es sich meistens um In-vitro-Vergleichsprüfungen. Plaqueanalysen erfolgten vorwiegend mittels Rasterelektronenmikroskopie (REM). Die Transmissionselektronenmikroskopie (TEM) wurde seltener angewendet. In vivo wurden mittels TEM bisher die frühe Plaqueentstehung auf zahnärztlichen Materialien sowie die Entwicklung der dentalen Plaque auf Kunststoffkronen über einen Zeitraum von 2 Monaten beschrieben (Hannig 2000, Listgarten et al. 1975).
Ziel dieser Studie ist es, die TEM quantitativ zu nutzen. Dabei soll die Wirkung von verschiedenen Mundspüllösungen auf die dentale Plaque in vivo über einen Zeitraum von 72 Stunden verglichen werden.


Material und Methoden

  • 21 Erwachsene (Alter 18-62 Jahre)

    • guter Allgemeinzustand
    • saniertes Gebiß, keine offenen kariösen Läsionen
    • keine Einnahme von Antibiotika 6 Monate vor und während des Untersuchungszeitraumes
    • Beibehaltung der individuellen Ernährungsweise

  • Miniplastschienen im Unterkiefer, im bukkalen Bereich der 6-Jahr-Molaren mit 4 Rinderschmelzplättchen der Größe 3 x 3 mm bestückt
    • 72stündige Tragezeit der Miniplastschienen
    • Entfernung je eines Rinderschmelzplättchens 24, 48 und 72 Stunden nach Einsetzen der Miniplastschienen

  • Randomisierte Verteilung auf 3 Untersuchungsgruppen
    • Gruppe 1:
      • n= 7 [5 Frauen, 2 Männer, Alter 34,14±15,51 Jahre]
      • 2x tgl. Anwendung von je 10 ml Amin-Zinnfluorid- Mundspüllösung über 30 Sekunden
    • Gruppe 2:
      • n=7 [6 Frauen, 1 Mann, Alter 31,0±16,22 Jahre]
      • 2x tgl. Anwendung von je 10 ml 0,12%iger Chlorhexidin-Mundspüllösung über 30 Sekunden
    • Gruppe 3:
      • n=7 [4 Frauen, 3 Männer, Alter 28,86±12,31 Jahre]
      • 2x tgl. Anwendung von je 10 ml isotoner Kochsalzlösung (NaCl) über 30 Sekunden

    • Zähneputzen oder andere Mundhygienemaßnahmen waren während des Untersuchungszeitraumes untersagt

  • Histologische Aufarbeitung der Plaquepräparate für die TEM
    • Fixierung in Glutaraldehyd
    • Nachfixierung in Osmiumsäure
    • Entwässerung in aufsteigender Acetonreihe von 30-100%
    • Einbettung der Präparate in Epoxydharz "Araldit" (Fluka, SCHWEIZ)
    • Kontrastierung mit Uranylacetat und Bleicitrat
    • Anfertigung von Ultradünnschnitten mittels Mikrotom (Leica, Österreich)
    • Auswertung der Ultradünnschnitte mittels TEM EM 902 A (Zeiss, Deutschland)

  • Auswertungskriterien
    1. Schichtdicke der Plaque zu den jeweiligen Untersuchungszeitpunkten
    2. Anzahl der kokkenartigen Mikroorganismen in der Plaque
    3. Anzahl der stäbchenartigen Mikroorganismen in der Plaque
    4. Anzahl der kokkenartigen Mikroorganismen im superfiziellen Plaquedrittel
    5. Anzahl der kokkenartigen Mikroorganismen im mittleren Plaquedrittel
    6. Anzahl der kokkenartigen Mikroorganismen im schmelznahen Plaquedrittel
    7. Anzahl der stäbchenartigen Mikroorganismen im superfiziellen Plaquedrittel
    8. Anzahl der stäbchenartigen Mikroorganismen im mittleren Plaquedrittel
    9. Anzahl der stäbchenartigen Mikroorganismen im schmelznahen Plaquedrittel

  • Statistische Auswertung
    • Friedman-/ Wilcoxon-Test
    • Varianzanalyse (ANOVA) / Post-Hoc-Test



Ergebnisse

1. Schichtdicke der Plaque [µm] 2. Anzahl der kokkenartigen Mikroorganismen in der Plaque [pro 10µm] 3. Anzahl der stäbchenartigen Mikroorganismen in der Plaque [pro 10µm]
Während des gesamten Untersuchungszeitraumes kam es in jeder Untersuchungsgruppe zu einer kontinuierlichen und statistisch signifikanten Zunahme der Schichtdicke der dentalen Plaque. In der Amin-Zinnfluorid- und der Chlorhexidin-Gruppe war die Kokkenzahl noch nach 72 Stunden signifikant reduziert.
In der NaCl-Gruppe kam es zu einer signifikanten und stetigen Zunahme der Kokkenzahl über den gesamten Untersuchungszeitraum.
Die Stäbchenzahl der dentalen Plaque nahm nur in der NaCl-Gruppe signifikant zu. In der Amin-Zinnfluorid-Gruppe und in der Chlorhexidin-Gruppe bestanden hinsichtlich der Stäbchenzahl keine signifikanten Unterschiede während des gesamten Untersuchungszeitraumes.



4. Anzahl der kokkenartigen Mikroorganismen im superfiziellen Plaquedrittel [10µm] 5. Anzahl der kokkenartigen Mikroorganismen im mittleren Plaquedrittel [pro 10µm] 6. Anzahl der kokkenartigen Mikroorganismen im schmelznahen Plaquedrittel [pro 10µm]
In der NaCl-Gruppe kam es während der Untersuchung zu einer signifikanten Zunahme der Kokkenzahl im superfiziellen Plaquedrittel nach 48 Stunden.
Sowohl in der Amin-Zinnfluorid- als auch in der Chlorhexidin-Gruppe bestanden bei der Kokkenzahl in den verschiedenen Dritteln der Plaque keine signifikanten Unterschiede zwischen den einzelnen Untersuchungszeitpunkten.



7. Anzahl der stäbchenartigen Mikroorganismen im superfiziellen Plaquedrittel [10µm] 8. Anzahl der stäbchenartigen Mikroorganismen im mittleren Plaquedrittel [pro 10µm] 9. Anzahl der stäbchenartigen Mikroorganismen im schmelznahen Plaquedrittel [pro 10µm]
Sowohl in der Amin-Zinnfluorid- als auch in der Chlorhexidin-Gruppe bestanden bei der Stäbchenzahl in den verschiedenen Dritteln der Plaque keine signifikanten Unterschiede zwischen den einzelnen Untersuchungszeitpunkten.


In der NaCl-Gruppe kam es während der Untersuchung zu einer signifikanten Zunahme der Stäbchenzahl im schmelznahen Plaquedrittel nach 48 und 72 Stunden.

Varianz-Analyse und Post-Hoc-Test nach 24 h Varianz-Analyse und Post-Hoc-Test nach 48 h Varianz-Analyse und Post-Hoc-Test nach 72 h
Zu keinem Zeitpunkt war ein signifikanter Unterschied für die Plaquedicke zwischen den untersuchten Lösungen nachweisbar.
Die Kokkenzahl unterscheidet sich zwischen der Amin-Zinnfluorid- und Chlorhexidin-Gruppe sowie zwischen der Chlorhexidin- und NaCl-Gruppe zu jedem Untersuchungszeitpunkt signifikant.
Nach 72 Stunden bestanden signifikante Unterschiede zwischen allen drei Untersuchungsgruppen bei der Stäbchenzahl.



Schlussfolgerungen

Das beschriebene Untersuchungsmodell mit transmissionselektronenmikroskopischer Auswertung hat sich für die quantitative Beurteilung von in vivo gewachsener und beeinflusster Plaque als sinnvolle Methode dargestellt.
Die Ergebnisse erlauben den Schluß, dass die Wirkung von Mundspüllösungen aus 0,12%iger Chlorhexidin- und der Amin-Zinnfluoridlösung bezüglich Plaquedicke und Kokkenanzahl sowie im Wirkungseintritt in diesen Untersuchungen als fast gleichwertig gesehen werden kann.


This Poster was submitted by
Prof. Dr. med. dent. habil. Eckhard Beetke

Correspondence address:
Prof. Dr. med. dent. habil. Eckhard Beetke
University of Rostock
Medical Faculty
Department of Conservative Dentistry
Strempelstr. 13
D-18057 Rostock