International Poster Journal of Dentistry and Oral Medicine
Login:
username:

password:

Plattform:

Forgotten password?

Registration

Int Poster J Dent Oral Med 3 (2001), No. 2     15. June 2001

Int Poster J Dent Oral Med 2001, Vol 3 No 2, Poster 70

Funktionsstörungen des Kauorgans und allgemeinmedizinische Erkrankungen: Risikofaktoren und Marker für Kopfschmerzen

Sprache: Deutsch

Autoren:  Olaf Bernhardt, Dietmar Gesch, Thorsten Mundt, Florian Mack, Christian Schwahn, Georg Meyer, Elke Hensel, Ulrich John
Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Greifswald, Germany


Datum/Veranstaltung/Ort: 
24.11.2000-25.11.2000
Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Funktionslehre in der DGZMK
Bad Homburg


Tagungsbestpreis 2000 der Arbeitsgemeinschaft für Funktionslehre

Einleitung

Schmerzen im Kopf- und Gesichtsbereich sind ein sehr häufig auftretendes Symptom unterschiedlichster Erkrankungen des Menschen. Auch kraniomandibuläre Dysfunktionen (CMD) gelten als mögliche Risikofaktoren und Auslöser von allgemeinmedizinischen Erkrankungen bzw. stehen in Wechselwirkung mit diesen. So reicht die Symptomatik der CMD als neurologische und muskuloskelettale Erkrankung von den bekannten lokalen Symptomen im Kiefer- Gesichtsbereich bis zu unspezifischen Kopfschmerzen, migräneartigen Zuständen, Tinnitus und Hörsturz. In mehreren klinischen Studien wurde bisher nachgewiesen, daß Kopfschmerzen mit dem Auftreten funktioneller Störungen des Kauorgans assoziiert sind. Der Stellenwert kraniomandibulärer Dysfunktionen unter klassischen Risikofaktoren für das Auftreten von Kopfschmerzen ist allerdings noch weitgehend unbekannt.


Ziel

Das Ziel dieser Untersuchung war es, bei einer bevölkerungs-repräsentativen Probandengruppe festgestellte Symptome kraniomandibulärer Dysfunktionen mit einem häufigen Auftreten von Kopfschmerzen zu assoziieren und in Relation zu weiteren möglichen Risikofaktoren für Kopfschmerzen zu setzen.

Leben und Gesundheit in Vorpommern*
Study of Health in Pomerania (SHIP)

Ziele:Prävalenzschätzungen, Krankheiten und Risikofaktoren in der Bevölkerung Vorpommerns

Stichprobe: Zufallsstichprobe, altersgeschichtet, 7008 Personen (n/Stratum=292) im Alter von 20-79 Jahren, Studienregion: 212000 Einwohner

Methoden:
Zahnmedizinisch: Karies und Parodontopathien, klinische Funktionsanalyse, Mundschleimhauterkrankungen, zahnmedizinischer Versorgungsgrad

Medizinisch: EKG, Echokardiographie, Sonographie der Karotis, Schilddrüse und Leber
Blutdruckmessung, Somatometrie, Labordiagnostik, Genetik

Interview: Mundgesundheitsbewußtsein, Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte, chron. Erkrankungen: Herz-/ Kreislauferkrankungen, neurologische/ psychiatrische Störungen Asthma, Allergien, Diabetes, Frauengesundheit

Fragebogen: Sozialkontakte, Veränderungen nach der Wende, Körperliche Schwerarbeit, Belastungen Wohnsituation, Lärm, Verkehrsbelastung, Gesundheitsverhalten, Ernährung, Bewegung

*Im Auftrage des BMBF, des Kultus- u. Sozialministeriums des Landes Mecklenburg- Vorpommern




Basis

Abb. 1: Studienregion

Material und Methoden

Von 3114 bisher untersuchten Probanden der interdisziplinären epidemiologischen Studie "Leben und Gesundheit in Vorpommern" ("Study of Health in Pomerania"-SHIP) konnten 2387 Probanden der Altersklasse 20 -79 Jahre in ein logistisches Regressionsmodell aufgenommen werden.

Zielvariable:
"häufiges Auftreten von Kopfschmerzen"

unabhängige Variablen:
Alter, Geschlecht, Ohrgeräusche, Ein- und Durchschlafstörungen, Bildung Druckdolenzen der Kopf und Nackenmuskulatur, Druckdolenzen im Gelenkbereich

überprüfte und nicht aufgenommene Variablen:
Gelenkgeräusche, eingeschränkte Mundöffnung, palpable Bewegungsstörungen, Zähnepressen und Knirschen Kaugummi kauen, Einkommen, Kontrazeptiva, Alkohol, Rauchen, starker Lärm, Schwerarbeit, Bildschirmarbeit, psychische Ängste, depressive Stimmung, chronische Erkrankungen: Nierenerkrankungen, Venenerkrankungen, entzündliche Gelenkerkrankungen, Abnutzungserscheinungen der Wirbelsäule, Osteoporose, Muskelerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Magen-Darmerkrankungen, multiple Sklerose, Epilepsi, Parkinson, Gicht, erhöhte Blutfett oder Cholesterinwerte

Ausschlußkriterium:
Angabe von Migräne


Ergebnisse

Abb. 2: Häufigkeiten funktioneller Störungen und häufiger Kopfschmerzen

Abb. 3: Risikofaktoren für Kopfschmerzen


Schlußfolgerungen

Von allen untersuchten Symptomen kraniomandibulärer Dysfunktionen zeigten die Druckdolenzen der Kaumuskulatur einen signifikanten Zusammenhang mit dem häufigen Auftreten von Kopfschmerzen. Für diesen Parameter konnte eine Dosis- Wirkungsbeziehung festgestellt werden. Die Abklärung häufiger Kopfschmerzzustände bedarf nach diesen Ergebnissen auch einer funktionellen Diagnostik des Kauorgans.


Literatur

  • Pettengill C. A comparison of headache symptoms between two groups: a TMD group and a general dental practise group. Cranio 1999; 17: 64-9
  • Molina OF, dos Santos J Jr, Nelson SJ, Grossman E. Prevalence of modalities and bruxism among patients with craniomandibular disorder. Cranio 1997; 15: 314-25
  • Capurso U, Marini I, Vecchiet F, Bonetti GA. Headache and cranio-mandibular disorders during aldolescense. J Clin Pediatr Dent 1997; 21: 117-23

Dieses Poster wurde übertragen am 14.02.01 von Dr. Annegret Heinrich.

Correspondence address:
Dr. Annegret Heinrich
Rotgeberstr. 8
17487 Greifswald
Tel.: 03834 / 867178