International Poster Journal of Dentistry and Oral Medicine
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Int Poster J Dent Oral Med 18 (2016), DGMKG     1. June 2016
Int Poster J Dent Oral Med 18 (2016), DGMKG  (01.06.2016)

Supplement, Poster 1001, Language: German/English


Untersuchung der Einflussfaktoren hinsichtlich der Langzeitprognose nach Wurzelspitzenresektion. Eine retrospektive Analyse von 261 Wurzelspitzenresektionen.
Investigation of Influencing Factors Concerning the Long-Term Result of Root Amputation. A Retrospective Analysis of 261 Root Amputations.

Wilde, Frank / Rath, Maximilian / Mascha, Frank / Pietzka, Sebastian / Schramm, Alexander / Winter, Karsten
Einleitung: Die Wurzelspitzenresektion (WSR) stellt eine seit Jahrzehnten etablierte und häufig durchgeführte Operation zum Zahnerhalt dar. Ziel dieser retrospektiven Studie war die Identifikation und Untersuchung möglicher Parameter, um etwaige prädiktive Einflussfaktoren des Langzeiterfolgs nach WSR zu identifizieren.
Methode: Es konnten 216 Patienten (♂ 111, ♀ 106) an welchen insgesamt 261 Wurzelspitzenresektionen durchgeführt wurden, in die Studie eingeschlossen werden. Die Einschlusskriterien wurden wie folgt festgelegt: (1) postoperativer Mindesterfolg der WSR von 12 Monaten, (2) Vorhandensein eines postoperativen Röntgenbildes, (3) Vorhandensein mindestens einer radiologischen Kontrolle. Neben der Ermittlung des Langzeiterfolges, wurden die Faktoren Zahngattung, Patientenalter, Einsatz von Knochenersatzmaterial, präoperativer parodontaler Zahnstatus sowie das Geschlecht hinsichtlich der Bedeutung für die Langzeitprognose der WSR untersucht.
Ergebnisse: Die Auswertung ergab übergreifend auf alle eingeschlossenen Wurzelspitzenresektionen eine 5-Jahres Erfolgsrate (5-J-ER) von 78,2%, sowie eine 10-Jahres Erfolgsrate (10-J-ER) von 63,1%. Ein Vergleich der Zahngattung (Molaren, Prämolaren, Frontzähne) ergab für die OK Frontzähne eine 5-J-ER von 81,5% sowie eine 10-J-ER von 62,7%. OK Prämolaren hatte eine 5-J-ER von 68,8% sowie eine 10-J-ER von 55,0%. Die OK Molaren zeigten eine 5-J-ER von 88,1% sowie eine 10-J-ER von 77,2%. Die 5-J-ER der UK Frontzähne betrug 83,1%, die 10-J-ER 71,2%. Bei UK Prämolaren betrug die 5-J-ER 72,6% und die 10-J-ER 72,6%. Für die UK Molaren ergab sich eine 5-J-ER von 78,8% und eine 10-J-ER von 59,6%. Ein statistisch signifikanter Unterschied unter allen genannten Zahngattungen konnte nicht gefunden werden. Bei der Auswertung der 5-J-ER und 10-J-ER bezüglich der Altersgruppen (<20 Jahre, 20-<40 Jahre, 40-<60 Jahre, ≥60 Jahre) zeigte sich, dass Zähne von Patienten zwischen 20- bis 40-Jahren gemessen an der 5-J-ER (86,3%) und 10-J-ER (71,8%) die beste Prognose haben. Dagegen war die Altersgruppe der mindestens 60-jährigen mit einer 5-J-ER von 63,7% und einer 10-J-ER von 48,5%, jene mit der kürzesten Erfolgsdauer. Es zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen der Altersgruppe der 20-<40-jährigen und der Altersgruppe der 40-<60-jährigen (p ≤ 0,019). Zwischen der Altersgruppe der 20-<40-jährigen und der Gruppe der ≥60-jähigen war der Unterschied statistisch hochsignifikant (p ≤ 0,001 ). Zwischen den Altersgruppen 40-<60 und ≥60 besteht dagegen statistisch kein Unterschied hinsichtlich der Prognose. Für den Einsatz von Knochenersatzmaterial zur Auffüllung des apikalen Defekts nach WSR konnte im Vergleich zum Einbluten lassen kein Zugewinn für die Prognose festgestellt werden. Hinsichtlich des präoperativen parodontalen Zustandes, zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied, jedoch eine deutliche Tendenz für eine bessere Prognose seitens der präoperativ parodontal gesunden Zähne. Bezüglich des Geschlechts konnte ebenfalls kein statistischer Unterschied hinsichtlich der Erfolgsraten evaluiert werden.
Diskussion: Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass eine WSR an allen Zahngattungen und in jedem Alter langfristig erfolgreich durchführbar ist, wobei mit zunehmenden Alten die Prognose für einen langfristigen Zahnerhalt signifikant abnimmt. Die Implantologie stellt jedoch heutzutage eine sichere Therapiealternative dar. Mit 10-Jahres Überlebensraten von über 90% selbst im fortgeschrittenen Alter, garantiert sie langfristig gesehen größeren Erfolg.
Schlussfolgerung: Die WSR ist auch heute noch eine Behandlungsoption um den Zahnerhalt langfristig zu sichern. Bei jüngeren Patienten und der richtigen Indikation sollte die WSR gegenüber einer Extraktion und konsekutiver Implantation in Erwägung gezogen werden. Eine Implantation sollte dagegen bei fraglicher Indikation, insbesondere im höheren Alter, sowie nach einer bereits gescheiterten Wurzelspitzenresektion bevorzugt werden.

Introduction: Root amputation (RA) is a well established method for tooth preservation. Aim of this retrospective study was the identification und investigation of parameters which are influencing the long-term result after root amputation.
Methods: 216 patients (♂ 111, ♀ 106) on which in total 261 root amputations were performed could be included. Inclusion criteria were: (1) postoperative success of RA minimum 12 months, (2) availability of postoperative x-ray, (3) availability of minimum 1 radiological control. In addition to the long-term result, tooth type, age, use of synthetic bone replacement material, parodontal status and gender was investigated concerning the long-term prognosis after RA.
Results: The results show 5 year success-rate (5-y-SR) of 78.2% and a 10 year success rate (10-y-SR) of 63.1%. The comparison of the tooth types (molars, premolars, frontal teeth) showed for the upper frontal teeth a 5-y-SR of 81.5% and a 10-y-SR of 62.7%. The upper premolars had a 5-y-SR of 68.8% and a 10-y-SR of 55.0%. The upper molars had a 5-y-SR of 88.1% and a 10-y-SR of 77.2%. The 5-y-SR of the lower frontal teeth was 83.1%, the 10-y-SR 71.2%. The lower premolars showed a 5-y-SR and a 10-y-SR of 72.6%. The lower molars had a 5-y-SR of78.8% and a 10-y-SR of 59.6%. There was no statistical difference in-between all these tooth types. The evaluation of the 5-y-SR and 10-y-SR of the age-groups (<20 years, 20-<40 years, 40-<60 years, ≥60 years) showed, that the teeth of the patients between 20 up to 40 years had the best prognosis after RA (5-y-SR = 86.3% and 10-y-SR = 71.8%). In contrast the age-group of ≥60 years had the lowest success rate with a 5-y-SR of 63.7% and a 10-y-SR of 48.5%. There was a statistical significant difference between the age-group 20-<40 years and the age-group 40-<60 years (p ≤ 0.019). In-between the age-groups 20-<40 years and the age-group ≥60 years the deviation was highly significant (p ≤ 0.001). Between the age-group 40-<60 and ≥60 years was no statistical difference. No benefit for the use of synthetic bone replacement material could be seen in comparison to a normal blood clot in the bony amputation defect. Concerning the parodontal status no statistical difference could be evaluated. However, there was a clear tendency that teeth with a healthy parodontal status have a better prognosis after RA. There was no dependency concerning the gender and the success rates after RA.
Discussion: The results of this study show, that RA can be performed with long-term success on all tooth types. However, with increasing age the prognosis is decreasing significantly. Dental implantology is a safe alternative therapy option nowadays. With success-rates above 90%, even in elder patients, implantology guaranties a longer success in log-term.
Conclusion: RA is still a treatment option for long-term tooth preservation. In younger patients with a clear indication RA should be considered as treatment of choice. Tooth extraction and dental implantation should be recommended in the case doubtful indication, particularly in elder patients and after a primary unsuccessful root amputation.

Keywords: Wurzelspitzenresektion, dento-alveoläre Chirurgie, dentale Implantation, Endodontie
root amputaion, oral surgery, dental implantation, endodontics


Conference/Exhibition:
66. Kongress und Praxisführungsseminar der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
01.-04. June 2016
Hamburg, Germany