International Poster Journal of Dentistry and Oral Medicine
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Int Poster J Dent Oral Med 16 (2014), DGMKG     11. June 2014
Int Poster J Dent Oral Med 16 (2014), DGMKG  (11.06.2014)

Supplement, Poster 777, Language: German/English


Erste klinische Erfahrung mit einer Osteo-Odonto-Keratoprothese
First clinical experience with an Osteo-Odonto-Keratoprothesis

Sehhati-Chafai-Leuwer, Susanne / Geerling, Gerd / Hille, Konrad / Kübler, Norbert
Einleitung: Bei Patienten mit Trübungen der Hornhaut durch Verätzungen, Verbrennungen oder anderen Störungen des Oberflächenmilieus des Auges, ist bei einer Hornhauttransplantation das Abstoßungsrisiko aufgrund der starken Vaskularisation der Hornhaut hoch. Für derartige Fälle kommt die Verwendung einer Osteo-Odonto-Keratoprothese als alternatives Verfahren in Frage.
Material und Methode: Bei einem Patienten der Augenklinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf wurde als Prothesenmaterial eine Osteo-Odonto-Keratoprothese verwendet. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, das erstmals 1963 von Strampelli publiziert wurde. Ursache der Hornhauttrübung war ein Stevens-Johnson-Syndrom, sowie ein Hornhautulcus nach mehrfachen Hornhaut-Eingriffen in der Vorgeschichte. Der präoperative Visus betrug Handbewegung, das Sehvermögen war so reduziert, dass es dem Patienten unmöglich war seine Zeitung zu lesen. Es wurde am 30.01.2013 der Zahn 13 mit Wurzel epiperiostal präpariert und mit umgebendem Knochen osteotomiert, anschließend entlang des Pulpenkanals halbiert und in der Form einer Scheibe präpariert. In die freigelegte Wurzel wurde senkrecht eine Bohrung durch das Dentin und den angrenzenden Kieferknochen gesetzt, in die ein PMMA-Zylinder als optischer Zylinder eingepasst wurde. Diese präparierte Implantat wurde zunächst subcutan in eine Weichteiltasche des Unterlids eingebettet und dort für drei Monate belassen. Zwischenzeitlich erfolgte die Deckung der Hornhaut mit einem Schleimhauttransplantat aus dem Planum buccale, das vollständigt eingeheilt sein muss. Schließlich konnte in einer zweiten Operation drei Monate später, die Zahn-Knochen-PMMA Komplex so auf die erkrankte Hornhaut eingefügt werden, dass der optische Zylinder einerseits durch eine Öffnung in der Hornhaut in das Auge, andererseits durch die Mundschleimhaut ,die restliche Prothese vollständig nach außen ragt. Die Augmentation und Implantation im Bereich des Alveolarknochens erfolgte kurze Zeit nach Transplantatentnahme.
Ergebnis: Die Nachbeobachtungszeit dieses Patienten betrug acht Monate. Der Zylinder wurde in dieser Zeit mehrfach von Mundschleimhaut überwachsen und in kleineren Eingriffen wieder freigelegt. Eine ernsthafte operative Komplikation trat nicht auf. Das maximale postoperative Sehvermögen beträgt aktuell 0,4 was das Zeitunglesen und die Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglicht. Spätoperativ besteht jetzt der Verdacht auf ein Glaukom, was bei ca.50 % der Patienten durch den Eingriff induziert wird.
Schlussfolgerung: Die Osteo-Odonto-Keratoprothese ist ein Verfahren, das bei seltenen, aussichtslosen kornealen Verhältnissen als vielversprechende Behandlungsalternative angesehen werden muss.

Introduction: In patients with corneal opacity due to thermal and chemical burns , or other inflammatory disorders of the ocular surface, the risk of rejection of a corneal transplant is high due to strong vascularization and scarring of the cornea in such cases the use of an osteo- odonto - keratoprosthesis (OOKP) is a possible therapeutic alternative.
Materials and Methods: We describe a case of a patient who underwent OOKP-surgery, a method first published in 1963 by Strampelli. Our patient had a past history of Stevens-Johnson-Syndrome with subsequent corneal opacity. Multiple unsuccessful corneal transplants resulted in a corneal ulcerceration. The preoperative visual acuity was only hand movement. In January 2013, tooth number 13 along with its root and surrounding alveolar bone and periosteum was removed and cut along the canal of the dental pulp resulting in two halves.Afterwards a disc was prepared from this specimen.A PMMA cylinder was inserted into a transverse bore hole through the dentin and the adjacent alveolar bone. The graft consisting of the synthetic cylinder and its stable biological matrix was subcutaneously implantet into the lower lid for 3 months. In the meantime, the cornea was covered with buccal mucosa. Three months later, the OOKP was implanted into the center of the cornea with the protruding optical cylinder as a light bridge between the environment and the vitreous body. The biological graft was located between the cornea and the overlying oral mucosa.
Results: Sofar the follow-up was eight months. No operative complication did occured. The postoperative visual acuity is currently 0.4 which allows newspaper reading and participation in public life. A narrow angle glaucoma, which is a typical complication in about 50% of these cases may occur.
Conclusion: The OOKP is a validated, promising and demanding tool for the treatment of very severe corneal conditions .Due to the complex nature of the procedure,its use is restricted to few interdisciplinary centers.

Keywords: Korneale Blindheit, Steven Johnson Syndrom, Osteo-Odonto-Keratoprothese
corneal blindness, Steven-johnson-Syndrome, Osteo-Odonto-Keratoprothesis


Conference/Exhibition:
64. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG)
11.-14. Juni 2014
Mainz, Deutschland